Seit dem Jahr 2004 ist es möglich Domainnamen mit Umlauten und einigen Sonderzeichen zu registrieren. Diese Domainnamen werden als Internationalized Domain Name (IDN)-Domain oder umgangssprachlich als Umlautdomain bezeichnet. Vor IDN durften Domainnamen nur aus den lateinischen Buchstaben (A bis Z) und den Ziffern null bis neun bestehen. Heute können nicht nur deutschen Umlaute verwendet werden, sondern auch Schriftzeichen anderer Sprachen.
Allerdings gibt es Ausnahmen, wie beispielsweise ‘ß’, das auch weiterhin unzulässig ist. Mit den Umlauten stehen zum Beispiel bei der Denic nun 92 Sonderzeichen mehr zur Verfügung und Familie Müller kann sich nun tatsächlich ihren Namen registrieren lassen, sofern er noch nicht vergeben ist. Allerdings regelt jede Domain-Vergabestelle eigenverantwortlich, welche Sonderzeichen für ihre jeweilige Top Level Domain (TLD) zulässig sind. Grundsätzlich können im internationalen Domain Name System (DNS) nach wie vor, ausschließlich ASCII-Zeichen verwendet werden.
Wie bisher werden mit Hilfe der Nameprep-Kodierung zunächst die Großbuchstaben in die Kleinschreibung und gleichzeitig ‘ß’ in ’ss’ umgewandelt. Jedem Umlaut wird nun eine bestimmte Zeichenkette (String) zugeordnet und über das Punycode-Verfahren in ASCII Compatible Encodings (ACE-Strings) umgewandelt. Jede Umlautdomain wird bei der Umwandlung zu Beginn mit ‘xn--’ gekennzeichnet, am Ende folgt der Sonderzeichencode inklusive der Positionsangabe. Aus ‘müller.de’ wird so nach der Umwandlung ‘xn--mller-kva.de’. Geben Sie einfach einmal testweise die Adresse ‘köln.cc’ (cc =TLD der Cocos Inseln) ein. Falls Sie über einen IDN-fähigen Brower verfügen, wird in der Adressleiste nun die Zeichenfolge ‘xn--kln-sna.cc’ angezeigt.
Mit dieser nicht mehr ganz neuen Möglichkeit der Domain-Namensschöpfung, scheinen innovative Namenskreationen möglich. Doch leider scheitert der praktische Einsatz oft noch am eigenen Browser, da die Umwandlung clientseitig erfolgt. Während der Mozilla Firefox und der Opera-Browser bereits seit längerem voll IDN-tauglich sind, sind Nutzer älterer Internet Explorer Versionen benachteiligt. Erst die Version 7 des IE zieht mit den zuvor genannten Konkurrenten gleich. Die Vorgängerversionen benötigen jedoch Plugins, die zwar kostenlos zur Verfügung stehen, aber nicht ganz fehlerfrei laufen. Ein weiteres Manko für IDN-Domains wird, vermutlich noch für Jahre, die IDN-Unfähigkeit der Mailprogramme bleiben. Das bedingt, dass zu einer Umlautdomain in der Regel auch die Registrierung der zugehörigen herkömmlichen Domain sinnvoll erscheint.
Zugegeben ist somit der tatsächliche praktische Nutzen von IDN-Domains, derzeit noch recht eingeschränkt. Sinnvoll ist es aber sicher, sich bereits jetzt die passende IDN-Domain zur herkömmlichen Domain zu sichern – sofern diese Domain langfristig bestehen bleiben soll. Für die Validierung von Umlautdomain-Dokumenten steht derzeit nur der Validierungs-Service von validome.org zur Verfügung. Der W3C-Validator ist noch nicht in der Lage IDN-Domains zu unterstützen.
- Welche Domains gibt es?
- Domain und Webspace für die eigene Homepage – worauf achten?
- Kostenlose Domain für die eigene Homepage
- Domain – Das sollte man beachten
- Free Webspace – Webhosting kostenlos









