Die Torlinientechnik in der Fußball Bundesliga

In anderen Sportarten ist der Einsatz von technischen Hilfsmitteln bei kritischen und nicht eindeutigen Entscheidungen schon längst gang und gäbe. Ab der kommenden Saison 2015/16 darf die Torlinientechnik nun endlich auch in der Fußball Bundesliga eingesetzt werden. Gefühlt gab es mehr Befürworter als Gegner, trotzdem hat es relativ lange gedauert, bis der Ligaverband nun offiziell entschieden hat, die Torlinientechnik einzusetzen.

Das Hawk-Eye setzt sich durch

Bei der Ausschreibung der DFL konnte sich ein wenig überraschend das britische Unternehmen „Hawk-Eye“ (dt.: Falkenauge, freier übersetzt: Adlerauge) gegen die deutschen Bewerber GoalRef und GoalControl, deren magnetfeldbasierte Technik mit einem Chip im Ball bei der WM in Brasilien zum Einsatz kam, durchsetzen. Die Hawk-Eye Technologie ist schon seit einigen Jahren in verschiedenen Sportarten im Einsatz und hat sich dort bewährt.

Vor allem Tennisfans dürfte der Name ein Begriff sein. Hier haben die Spieler eine gewisse Anzahl an Vetos, wenn sie mit der Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden sind. Dann kommt das Hawk-Eye zum Einsatz. Auch in der englischen Premier League nutzt man bereits das kamerabasierte System, das laut Experten genauer ist, als der Chip im Ball.

Die Torlinientechnik in der Fußball Bundesliga
Quelle: http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2014/torlinientechnologie-das-ist-hawk-eye-bundesliga.php

Bei der Hawk-Eye Technologie kommen Mess- und Hochgeschwindigkeitskameras zum Einsatz. Beim Fußball werden hier insgesamt 14 Kameras unter dem Stadiondach angebracht, sieben pro Tor, davon jeweils sechs Mess- und eine Hochgeschwindigkeitskamera. Diese erfassen jede Ballbewegung, sobald dieser sich in der Nähe des Tores befindet. Aus diesen Bildern wird dann mittels einer Software die genaue Position des Balles berechnet.

Entscheidung in Echtzeit

In Echtzeit, bzw. mit maximal einer Sekunde Verzögerung bekommt der Schiedsrichter dann ein Signal auf seine Armbanduhr geschickt, die ihm anzeigt, falls der Ball mit vollem Umfang die Linie überschritten hat. Umgehend wird auch eine Wiederholung für die Zuschauer im Stadion und an den Fernsehgeräten erstellt.

Somit wird es für alle Fans im Stadion und am TV, die es einfach lieben den Fußball und die Bundesliga live erleben zu können, nun kein tagelanges oder gar wochenlanges Lamentieren mehr geben, ob der Ball nun hinter der Linie war oder nicht. Und es wird vor allem auch keine ungerechten Entscheidungen und benachteiligten Mannschaften mehr geben.

Kommt jetzt auch der Videobeweis?

Nachdem sich die FIFA jahrelang massiv gegen den Einsatz jeglicher Technologie gewehrt hat, scheint nun mit der Einführung der Torlinientechnik auch die Hinzunahme weiterer technischer Hilfsmittel nicht mehr ausgeschlossen. In einigen Sportarten, so z.B. beim Eishockey in der NHL oder beim Football in der NFL, wird schon seit längerer Zeit der Videobeweis eingesetzt.

Hier gibt es einen weiteren Schiedsrichter, dessen einzige Aufgabe es ist, sich bei kritischen Entscheidungen die Fernsehbilder und verschiedenen Zeitlupen anzuschauen und demnach gemeinsam mit dem Hauptschiedsrichter zu entscheiden. In den Niederlanden gibt es im Fußball bereits ein Pilotprojekt, in dem der Videobeweis getestet wird und auch in der italienischen Liga wird derzeit über einen möglichen Einsatz des Videobeweises diskutiert.

Die Befürworter sagen, dass die Auflösung von übersichtlichen oder knappen Situationen mithilfe des Videobeweises nur im Sinne des Sports sein kann. Die Gegner sagen, dass es den Sport kaputtmacht und dass Tatsachenentscheidungen und Emotionen zum Sport gehören.

Letzten Endes wird man bei solch strittigen Themen nie eine Einigung finden, aber über kurz oder lang wird wohl auch der Videobeweis Einzug erhalten.





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