Welche Domains gibt es?

Zum Datentransport werden im WWW so genannte Internetprotokoll (IP)-Adressen genutzt. Dahinter können sich bis zu zwölf-stellige Zahlenfolgen verbergen. Da sich nur die wenigsten Adressen wie http://123.44.567.777 gut merken können, werden diesen Adressen Domainnamen zugeordnet.

Die letzte Zeichenfolge hinter dem Punkt, bezeichnet man als Top Level Domain (TLD). Im Allgemeinen unterscheidet man bei den Top-Level-Domains die ccTLD und die gTLD. Die ccTLD (country code Top Level Domain) zeichnet sich durch eine länderspezifische Endung aus, so steht zum Beispiel .de für Deutschland und .at für Österreich.

Das gehört alles zu einer Domain

Bestandteile einer Domain

Die gTLD (generic Top Level Domains) sind hingegen keinem Land zugeordnet, bekanntestes Beispiel für eine gTLD dürfte die Endung .com sein. Diese Endung steht für Commercial, also geschäftlich und war ursprünglich nur US-Unternehmen vorbehalten – heute steht diese Endung jedem offen.

Generic Top Level Domains werden nochmals unterteilt in ungesponsorte (uTLD) und gesponsorte Domains (sTLD), wie .travel für die Tourismusbranche. Einige Spezialdomains, wie die früher von IBM gesponsorte .bitnet, werden heute nicht mehr genutzt. Die Endung .invalid wird zu Software-Testzwecke eingesetzt. Auch .localhost ist eine Domainendung und vielen von ihrem Webhoster bekannt.

Localhost steht für das eigene System des Webhosters, über das eine Website erreichbar ist. An ccTLDs existieren derzeit mehr als 200, hinzu kommen noch einige länderunabhängige, regionale Domains. Auf Grund mangelnder technischer Infrastruktur oder auch aus politischen Gründen sind einige Domains zwar zugeteilt, werden aber aus zuvor genannten Gründen nicht genutzt. Beispiele hierfür sind die Westsahara (.eh) oder Somalia (.so).

Dass man mit der Domainfreigabe einem Land auch wirtschaftlich unter die Arme greifen kann, hat als erstes Land Tonga mit seinen .to-Domains erkannt und diese vermarktet. Ein recht bekanntes Beispiel ist die .tv-Endung des Zwergstaates Tuvalu. Das Geschäft mit der Domain brachte Tuvalu 50 Millionen US-Dollar ein, die mit fünf Millionen US-Dollar pro Jahr abgestottert werden.

Der Domainname vor der TLD wird als Subdomain oder auch Second Level Domain (SLD) bezeichnet. Innerhalb der Second Level Domain können wiederum bestimmte Bereiche über die Third Level Domain bezeichnet werden. Bei einer Domain namens info.ihrname.de ist also ‚.de‘ die TLD, ‚ihrname‘ ist die SLD und ‚info‘ die Third Level Domain. Es gibt auch Länder, in denen nur Third Level Domains registriert werden können – in Großbritannien sind nur .co.uk-Domains möglich.

Grundsätzlich sind auch Domains die Sonderzeichen enthalten möglich. Um diese nutzen zu können, werden die Umlaute von Unicode in ASCII-Strings umgewandelt. Diese IDNA (Internationalized Domain Names in Applications) genannte Technik hat jedoch einen Haken, denn der benutzte Browser muss IDN-fähig sein.

Was Browser wie Mozilla Firefox oder Opera schon lange können, hat Microsoft erst dem Internet Explorer 7 beigebracht – ältere Versionen sind auf nicht fehlerfreie Plug-ins angewiesen. Zwar ist die Umlautnutzung im deutschen Sprachraum recht einfach zu umgehen (ä=ae), doch in anderen Sprachen gibt es solche Alternativen nicht unbedingt.