Wie hoch ist die Internetbedrohungslage eigentlich wirklich?

Im Jahr 2013 gab es kein anderes Thema, was Computernutzer so bewegte, wie PRISM, NSA und Datenskandal. Multinationale Firmen und Regierungen schnüffeln unsere Daten aus. Ist das beunruhigend und verwerflich? Ja, mit Sicherheit, aber die größere Gefahr für Otto-Normalverbraucher ist doch sicherlich die immer mehr expandierende Cyberkriminalität.

Erst Anfang des Jahres 2014 wurde ein riesiger Datenklau publik, bei dem es um nicht weniger als 16 Millionen geklaute E-Mail-Adressen ging. Vornehmlich deutsche E-Mail-Konten scheinen hier geknackt worden zu sein. Wie ist das überhaupt möglich? Sind die deutschen Nutzer zu unbedarft?

Wahrscheinlich nicht, die Cyberkriminalität nimmt seit Jahren rasant zu. Neben der polizeilichen Kriminalitätsstatistik sprechen auch die Daten der Sicherheitshersteller eine klare Sprache. Die Kaspersky Jahresstatistik spricht im Jahr 2013 von täglich 315.000 neuen Schadprogrammen. Im Jahr 2012 waren es lediglich 200.000. Eine sprunghafte Steigerung, die in den nächste Jahren noch weiter zunehmen wird.

Ziele immer lohnender

Bedrohungen aus dem InternetDie Zunahme der Angriffe hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die geklauten Daten immer lukrativer werden. Viele Deutsche wickeln nahezu ihr gesamtes Leben im Internet ab. Die Überweisung wird per Banking App getätigt. Geshoppt wird per Kreditkarte im stylishen online Modeshop und der Antrag auf ein Visum für den nächsten Urlaub wird per Onlineantrag mit Reisepassdaten an die Botschaft gesendet.

All diese Daten liegen also auf dem Computer vor, der Cyberkriminelle muss sie lediglich abrufen und kann damit eine Menge Schindluder betreiben. Laut dem russischen Sicherheitshersteller Kaspersky wurde im Jahr 2013 nahezu jeder zweite Kunde mindestens einmal per Malware angegriffen.

Neue mobile Ziele

Praktische Smartphones und Tablets machen es den Kriminellen nur noch leichter Daten abzugreifen. Denn seit ein paar Jahren ist der Otto-Normalnutzer nahezu überall und rund um die Uhr online. Früher wurde der Computer lediglich für ein paar Stunden angeschaltet, heute findet das Leben dank Facebook, Twitter und Co nahezu ununterbrochen online statt. Das öffentliche WLAN in der Stadt oder im Café wird so zur zusätzlichen Gefährdung.

Schutz der PrivatsphäreKein Wunder, dass Kaspersky alleine im Oktober 2013 20.000 neue mobile Schädlinge entdeckte. Dies entspricht dem Jahresaufkommen mobiler Schädlinge aus dem Jahr 2012. So schreitet die Entwicklung mobiler Schadprogramme vor allem im Bereich Android gerade rasant voran.

Am Ende bleibt es ein Katz und Maus Spiel zwischen den Sicherheitsherstellern, den Sicherheitslücken der Betriebssysteme und den Cyberkriminellen. Nutzer sollten aufgrund der vielen Datenklau-Meldungen in den Medien nicht müde werden und nach wie vor die Augen aufhalten. Spätestens wenn der Cyberkriminelle zum ersten Mal Geld von Kreditkarte oder Bankkonto abhebt ist es nicht mehr egal, ob irgendjemand meine Daten hat.

Ständig online sein zu können ist nützlich und unterhaltsam, Nutzer sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Gefahr des Datenklaus real ist und Sie verantwortungsvoll und umsichtig mit ihren Daten umgehen sollten.

Autor: Timm Hendrich von Netzsieger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.