Antivirenprogramm kostenlos oder kostenpflichtig – Was ist besser?

Bei der Suche nach einem geeigneten Antivirenprogramm kommt nicht selten Ratlosigkeit auf. Das schier endlose Angebot an verschiedenen Lösungen zur Erhöhung der Computersicherheit kann sich in vielen Aspekten unterscheiden. Manche Programme schützen tatsächlich nur vor Viren und Malware, andere hingegen bringen viele weitere Features mit. Zusätzlich wird die Wahl eines geeigneten Antivirenprogramms durch die Frage der Kosten erschwert.

Oft ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, ob man Freeware-Produkte tatsächlich einer kostenpflichtigen Lösung vorziehen sollte oder nicht. So bieten Windows Defender, Avira oder McAfee alle denselben Basisschutz, unterscheiden sich preislich aber stark voneinander.

Kostenlos und simpel am Beispiel Windows Defender

Antivirenprogramm kostenlos oder kostenpflichtig

In der Regel müssen sich Nutzer vom Windows Betriebssystem keine Sorgen um einen Mindestschutz vor Viren und Malware machen. Als fester Bestandteil des Betriebssystems gehört Windows bereits zum Basisprogramm des Computers und erfordert keine zusätzliche Installation.

Darin enthalten sind alle Basisschutzmaßnahmen, die ein Computer benötigt. So ist ein Viren- und Malwareschutz sowie eine Firewall integriert.

Dass es sich hierbei um einen Mindestschutz handelt, wird jedoch vielen fortgeschrittenen Nutzern schnell deutlich. So schnitt der Windows Defender in Sachen Schutz gegen untypische Bedrohungen bei unabhängigen Tests nur mäßig ab. Besonders mangelhaft war demnach die Erkennung von neuartigen Trojanern und Viren. Wer sich also nicht nur gegen simple Zip-Bomben und Malware von dubiosen Seiten schützen will, wird sich nach einer Alternative umschauen müssen.

Besonders häufig in Kombination mit Fertig-PCs – McAfee

Käufer von Fertig-PCs kennen das ewige Dilemma mit Antivirenprogrammen, die schon vorab auf dem Gerät installiert sind. Zu dieser Gruppe zählt allem voran das McAfee Antivirenprogramm, welches beispielsweise stets in Kombination mit der Aldi-Marke „MEDION“ assoziiert wird. Hierbei funktioniert das Modell wie folgt: Nach dem Erststart des Computers startet die Lizenz des Antivirenprogramms und bietet dem Besitzer eine einmonatige Testversion. Der Zeitraum danach wird bereits in Rechnung gestellt, sodass bei einem Abo jährliche Kosten zwischen 30 und 45 Euro anfallen können.

Im Vergleich zum Defender von Windows werden hier deutlich mehr Inhalte geboten, so können sich Kunden je nach Paket mit einer integrierten VPN-Verbindung, Kindersicherung und Identitätssicherung schützen. Auch wird ein Kunden-Support und eine aktuellere Überwachung von neuen Viren geboten. Im Grunde wird hier deutlich, dass ein kostenpflichtiger Dienst häufig mit mehr Features ausgestattet ist, die Qualität außen vor gelassen.

Doch selbst hier hagelt es häufig Kritik, da der Deinstallationsprozess des Antivirenprogramms absichtlich erschwert wird. So müssen sich Kunden, die den McAfee-Dienst deinstallieren möchten, erst eine Deinstallationssoftware beschaffen. Verglichen mit vielen kostenlosen sowie kostenpflichtigen Antivirenprogrammen wird auch die Kehrseite deutlich, dass teurer nicht immer besser sein muss.

Kann man eine hochwertige Qualität auch von kostenlosen Antivirenprogrammen erwarten?

Vorab muss klargestellt werden, dass die meisten kostenlosen Antivirenprogramme nur die Basisversion darstellen und durch Zuzahlungen im vollen Umfang genutzt werden können. So haben sich über die Jahre hinweg besonders unter den kostenlosen Produkten bestimmte Anbieter hervorheben können.

Avast

Den meisten wird Avast geläufig sein, denn in vielen Tests schnitt dieses Antivirenprogramm mitunter am besten ab. Der sich aktiv wandelnde Schutz vor neuen Bedrohungen machten Avast zum Testsieger im Jahr 2021. Doch auch hier muss angemerkt werden, dass die zahlungspflichtige Avast One Version deutlich höhere Kapazitäten aufweist. So werden in der etwa 30 Euro teuren Vollversion bis zu 30 Geräte freigegeben.

Auch bei der Kapazität des VPN-Tunnels muss der Nutzer der kostenlosen „Essentials“ Version Abstriche machen. Im Vergleich zur uneingeschränkten Vollversion wird hierbei das Datenvolumen auf 5 Gigabyte und einen einzigen VPN-Standort pro Woche beschränkt.

Avira

Auch Avira konnte sich als erfolgreiches Antivirenprogramm durchsetzen. So bietet der Anbieter eine kostenlose Version und zwei kostenpflichtige Jahrespakete an. In der kostenfreien Version erwartet den Nutzer ein klassischer Virenschutz und ein integrierter Passwortmanager. Avira Internet Security weitet die Sicherheit für 20 Euro im Jahr auch in den Bereich der Onlinebewegung und dem Safe-Surfing aus.

Für etwa den doppelten Preis erhalten Avira Nutzer im Prime Paket den vollen Umfang des Angebots, so wird wie bei anderen Anbietern die Unterstützung für bis zu 5 Geräte freigegeben. Mitgeliefert werden weitere Dienste, wie VPN-Verbindungen und ein VIP-Kundensupport.

Ein guter Virenschutz muss nichts kosten

Unter der Berücksichtigung der unterschiedlichen Anbieter und etlichen Zusatzpaketen wird schnell eines deutlich. Fast immer ist der herkömmliche Schutz vor Viren und die Erkennung von Malware kostenlos mit inbegriffen. Erst bei Fragen zur Sicherheit beim Surfen oder der Einrichtung einer VPN-Verbindung tritt der Nutzer auf erste finanzielle Hürden.

Da es sich bei diesen Diensten um Zusatzdienste handelt, die nicht für jeden Nutzer und Computer essenziell sind, ist der Preis der Anbieter durchaus nachvollziehbar. Lediglich bei Basisschutzprogrammen wie dem Defender von Windows sollte sich ein Nutzer Gedanken machen, ob eine Aufrüstung der Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll wäre.

Übrigens: MacOS- und iOS-Nutzer müssen sich noch weniger Gedanken machen, da in den Produkten von Apple häufig ein sehr sicherer und werksseitiger Schutz integriert ist.